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Gotteslästerung und Kruzifixe, oder Wie man heiße Luft Gassi führt

Man kann über die aktuellen Vorschläge aus Baern nur fassungsloss den Kopf schütteln. Zuerst der Vorstoß, den Paragraf über Gotteslästerung zu verschärfen. Grundsätzlich ist dieser Pragraf eh schon unzeitgemäß. Unsere Gesellschaft ist zwar immer noch christlich geprägt, schon längst aber multireligiös. Das beinhaltet nicht nur islamische, sonder auch zahlreiche weitere Bekenntnisse: Jüdisch, buddhistisch, atheistisch, agnostisch und mehr.

Aber davon mal abgesehen könnte der Schuß nach hinten losgehen. Die Baern sind bekannt dafür. den Namen Gottes leicht in den Mund zu nehmen. wäre man böswillig, könnte man nach der, ziemlich unwahrscheinlichen, Verschärfung des Gesetzes, jeden Bayern wegen Gotteslästerung anzeigen. Ein "Grüß Gott" oder "Vergelts Gott" wäre dann möglicherweise als Verhöhnung Gottes einzustufen. Und wenn nicht das, dann die deftigen Flüche der Bayern, in denen gerne Gott genannt wird. Ein defitges "Herrgottssakra" sollte sich ein dann jeder Bayer zukünftig verkneifen.

Und was ist, wenn ich Nitzsche zitiere und sage, "Gott ist tot!"? Muß ich dann damit rechnen, ins Gefängnis zu wandern? Was ist mit christlicher Satire? (Ja, sowas soll es geben!)

Aber völlig absurd wird das Ganze durch den Vorschlag von Herrn Profalla, in allen Schulen und Behörden Kruzifixe aufzuhängen. Dies würde auch konfessionelle Schulen und Schulen nördlich des Weißwurstäquators betreffen. Und, Herr Profalla: Das Kruzifix ist kein christliches Symbol sondern ein katholisches. Und neben der katholischen Kirche gibt es auch die Evangelische Kirche (Auch wenn ein gewisser Papst in Rom dies bestreitet), sowie verschieden andere Kirchen. Diese Forderung würde bedeuten, dass z.B. im protestantischen Norddetuschland an Schulen ein Symbol aufgehangen würde, das mit dem protestantischen Verständnis unvereinbar ist.

Richtig heiß wird das aber bei Gericht. Hängt nämlich hinter einem Richter ein katholisches Kruzifix, würden Einspüchen und Befangenheitsanträgen Tür und Tor geöffnet. Wenn mir ein Urteil nicht passt, verweise ich schlicht und einfach darauf, dass der Richter "katholisch" geurteilt hat, und ich als Agnostiker anders behandelt worden bin als wenn ich Katholik wäre. 

Die Forderung des Herrn Profalla ist genaus absurd (und nicht durchsetzbar), wie eine Serienaustattung aller Autos in Deutschland mit einer Christopherus-Plakette zwecks Senkung derUnfallzahlen.

Man könnte darüber lachen, wenn es die Bayrischen Politiker nicht ernst meinen würden.

Oder sollte das Ganze doch ein Witz gewesen sein, den ich als Nicht-Bayer nicht verstanden habe???

 

9.9.07 12:31
 


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